Körpertherapie
traumatische Erfahrungen
sind gekennzeichnet durch ein Empfinden von Lebensbedrohlichkeit und gleichzeitig hilflosem ausgeliefertsein (nichts tun zu können, es nicht abwenden und auch nicht wegrennen und entkommen können.) In solchen Situationen aktivieren sich beim Menschen angeborene Schutzreaktionen wie zum Beispiel das "Dissoziieren" (aus dem Körper heraustreten und nichts mehr spüren) oder Erstarren (Schreckstarre mit Bewegungsunfähigkeit). Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse werden im Gedächtnis in fragmentierter Form und oft sehr körpernah gespeichert, z.B. mit übelkeit und Erbrechen, Schwindelgefühl, Schmerz, überwältigender Panik, körperlicher Erstarrung und Bewegungsunfähigkeit oder völliger Kraftlosigkeit und Erschlaffung. Sie können unter Umständen durch einzelne Reize wie einen bestimmten Geruch, eine Stimme oder ein Geräusch ausgelöst werden und den betroffenen Menschen dann unkontrolliert überfluten. (aus "Zu Hause in eigenem Körper": Ecker; Leben mit Traumata, Seite 199)
körperlich leiden traumatisierte Menschen oft unter chronischen Schmerzen
Körperlich leiden traumatisierte Menschen oft unter chronischen Schmerzen (Rücken-, Bauch-, oder Kopfschmerzen, Fibromyalgie) oder andere funktionelle Beschwerden (z.B. Reizdarmsyndrom) ohne klare organische Ursache. Auch Essstörungen, sexuelle Probleme und ganz allgemein chronisch erhöhte innere Anspannung und Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Muskelvespannungen und innere Unruhe sind häufig. Einige verrsuchen, sich mithilfe von Suchtstoffen wie Alkohol, Nikotin oder Beruhigungsmittel über Wasser zu halten. Manche vernachlässigen aufgrund ihres Mangels an Selbstwertgefühl auch massiv die Fürsorge für ihren eigenen Körper und bekommen dadurch noch langfristig weitere gesundheitliche Probleme, z.B. wenn sie sich extrem einseitig und ungesund ernähren.
Menschen die Traumata erlebt haben, sind oft vom eigenem Körperempfinden stark entfremdet. Es fällt Ihnen schwer , ihren Körper überhaupt zu spüren oder gar gern zu haben, so das sie oft nicht in der Lage sind, angemessen für ihre eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Oft ist ein länger dauernder Prozess, mithilfe von unterschiedlichen körperorientierten Methoden, Schritt für Schritt wieder einen vertrauensvollen Kontakt zu den eigenen Körpersignalen, Empfindungen, Gefühlen herzustellen und sich in eigenem Körper wieder zu “beheimaten”.
Entfremdung vom eigenem Körper.Wieder einen vertrauensvollen Kontakt zum eigenen Körper finden
Die folgenden beiden Übungen können dabei helfen, wieder ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität im eigenen Körper zu finden.
Übung
Halt im Rücken finden
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Übung
sich beruhigen und im eigenem Körper wieder sicher fühlen
Die folgende Selbsthilfetechnik kommt ursprünglich aus dem Jin Shin Jyutsu (»japanisches Heilströmen«). Peter Levine (2011) empfiehlt sie für traumatisierte Menschen, um quälende Zustände von Anspannung und Übererregung aufzulösen und sich im eigenen Körper wieder sicher zu fühlen. Wenn sie abends vor dem Schlafengehen praktiziert wird, hilft sie oft auch sehr gut dabei, wieder erholsamer schlafen zu können.
Körperorientierte Traumatherapie und andere Verfahren die helfen können
In der Therapie gibt es mittlerweile körperorientierte Verfahren, die speziell für die Arbeit mit traumatisierten Menschen entwickelt worden sind, wie zum Beispiel das “Somatic Experiencing” nach Peter Levine. Bei dieser Methode wird durch eine Unterstützung des Gewahrseins der eigenen Körperempfindungen und
-bewegungen die lebendige, instinktgeleitete Selbstregulation des Organismus in sanfter weise wieder hergestellt werden, sodass wieder Vertrauen entsteht in die Fähigkeit des Körpers, und des Menschen für sein Wohlgefühl zu sorgen. Auch Feldenkreis und ChiGong, Tanztherapie oder Gesangsunterricht können für Menschen mit Traumata in vielen Fällen sehr hilfreich sein, um wieder einen lebendigen und wertschätzenden Zugang zu eigenem Körpererleben zu finden. Menschen mit Gewalterfahrungen profitieren oft auch sehr gut davon, sich mit Kampfkünsten zu beschäftigen, um wieder Zugang zum Erleben der eigenen körperlichen Kraft und Wehrhaftigkeit zu bekommen. Ein Training von Standsicherheit, aufrechter und selbstbewusster Körperhaltung kann hier auch von Bedeutung sein.
"Menschen die Fähigkeit zu vermitteln, die Heilung ihres Traumas selbst in die Hand zu nehmen" (Berceli,2016,S.15)
Basierend auf den Übungen von Peter Levine entwickelte Berceli eine einfache Abfolge von sieben Körperübungen. Diese ermöglichen es dem Körper, die tiefsitzenden Spannungen durch ein sogenanntes “neurogenes Zittern” zu lösen. Durch das lösen der erhöhten Anspannung können in vielen Fällen auch körperliche Beschwerden gebessert werden. TRE (Trauma and Tension Releasing Exercises” eignet sich zur Hilfe zu Selbsthilfe.
Körperempfindungen spüren, und wie kannst Du anfangen dich selbst zu spüren
Was Körperempfindungen sind findest Du auf dieser Seite unter Körperempfindungen spüren. Hier beschreibe ich was wir unter Körperempfindungen verstehen (die Liste kann noch erweitert werden) und warum das bewusste spüren eigener körperlicher Empfindungen wichtig ist. Ich empfehle Dir die Körperkarte auszudrücken oder deinen eigene Körperskizze anzufertigen und ein Tagebuch über deine Körperwahrnehmungen zu schreiben. Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen können auch mit Ereignissen, Situationen, Erinnerungen verknüpft werden. Am besten besorgst Du dir ein Heft in das Du all deine Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken notieren kannst.
Durch achtsames wahrnehmen von Körperempfindungen können wir einen besseren Zugang zu unseren Gefühlen und Emotionen herstellen, uns dadurch besser verstehen, kennenlernen und erforschen. Eigene Selbstwahrnehmungs- und Selbstregulationsfähigkeit verbessern. Den eigenen Körper als Ressource erleben.
Gerne begleite ich dich auf deiner Körperwahrnehmungsreise. Die Reise beginnt mit dem achtsamen erforschen deiner Körperempfindungen. Du bekommst von mir Arbeitsblätter, Übungen und viele Anregungen. Wir treffen uns regelmässig um die Erkentnisse zu besprechen, Online oder hier bei mir in meiner Praxis in Hannover Südstadt. Mache gerne den ersten Schritt und schreibe mir eine Email mit dem Betreff: “Körperwahrnehmungsreise – Körperempfindungen spüren”
Kontakt:
Praxis für Körpertherapie und Massage I achtsam berührt sein
Anna Mastalerz
Brehmstr. 56
30173 Hannover
Email: kontakt@achtsam-beruehrt-sein.de
T: 0173 36 220 92 (Whatsapp)