Die folgende Selbsthilfetechnik kommt ursprünglich aus dem Jin Shin Jyutsu (»japani- sches Heilströmen«). Peter Levine (2011) empfiehlt sie für traumatisierte Menschen, um quälende Zustände von Anspannung und Übererregung aufzulösen und sich im eigenen Körper wieder sicher zu fühlen. Wenn sie abends vor dem Schlafengehen praktiziert wird, hilft sie oft auch sehr gut dabei, wieder erholsamer schlafen zu können.
Wichtig: Erfahrungsgemäß haben manche Menschen, die schwere Traumata erlebt haben, Schwie- rigkeiten damit, bestimmte Bereiche ihres eigenen Körpers zu spüren oder anzufassen. Falls irgendein Aspekt der folgenden Übung für Sie unangenehm sein sollte, wandeln Sie das Vorgehen so ab, wie es für Sie passend ist und Ihnen guttut.
Setzen Sie sich entspannt, aufrecht und stabil hin, die Füße stehen schulterbreit, die Kniegelenke bilden in etwa einen rechten Winkel, die Fußsohlen berühren ganz den Boden, den Rücken können Sie anlehnen. Sorgen Sie dafür, dass Sie für einige Minuten ungestört sind. Ihre Augen können Sie offen lassen oder schließen, je nachdem, was sich besser anfühlt.
Phase 1: Legen Sie Ihre rechte Hand unter die linke Achselhöhle. Legen Sie dann die linke Hand auf Ihren rechten Oberarm – in etwa so, als würden Sie sich selbst umarmen – und entspannen Sie sich. Lassen Sie Ihren Atem fließen und spüren Sie, was in Ihrem Körper vorgeht. Sie brauchen nichts zu tun oder zu erreichen. Verweilen Sie einfach für ein paar Minuten in dieser Position und beobachten Sie, was in Ihrem Inneren geschieht. Vielleicht spüren Sie, wie Stress und Unruhe nach und nach weniger werden und sich ein Gefühl von Gehaltensein und Geborgenheit entwickelt.
Phase 2: Legen Sie dann ihre rechte Hand auf die Stirn, die linke Hand aufs Brustbein (das ist die Knochenplatte in der Mitte des Brustkorbs). Warten Sie einfach und fühlen Sie, was zwischen Ihren Händen vor sich geht. Vielleicht spüren Sie einen Energiefluss oder eine Temperaturveränderung oder irgendwelche Gefühle oder Empfindungen. Verweilen Sie in dieser Position ein paar Minuten lang, bis Sie eine Veränderung oder Beruhigung bemerken.
Phase 3: Lassen Sie nun die linke Hand auf dem Brustbein liegen und legen Sie die rechte Hand auf Ihren Bauch. Verweilen Sie auch in dieser Position ein paar Minuten und be- obachten Sie einfach, was geschieht. Sie brauchen nichts zu tun oder zu erreichen. War- ten Sie einfach, bis sich etwas verändert oder beruhigt. Sie spüren selbst, wann es genug ist, und Sie die Übung wieder beenden möchten.
Diese Übung finden Sie im Buch auf Seite 204.
© Ecker: Zuhause im eigenen Körper. Weinheim: Beltz, 2023